Eine der grössten Residenzen Europas

Barockschloss Mannheim

Werbemotiv des Themenjahres 2018; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Lothar Bertrams
Aus der Hofconditorei

Süsse Köstlichkeiten

für die Hoftafel

Im 18. Jahrhundert bestand ein Festessen aus drei Gängen, die jeweils eine Vielzahl an Speisen boten. Die ersten beiden Gänge bereitete die Hofküche zu, den sogenannten Dessertgang servierte die Hofconditorei. Diese schuf auch den beliebten Tafelschmuck aus Zucker.

Teehaus der Manufaktur Frankenthal, Barockschloss Mannheim: Foto Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Nachfolger des Tischschmucks aus Zucker: Porzellanfiguren.

Prachtvolles aus Zucker

Für die Hoftafel kreierte die Hofconditorei künstliche Dekorationen aus Zuckerwerk – teilweise monumentale Aufbauten mit ausgesuchten Motiven. Die Stücke bestanden aus gefärbtem Zucker und Traganth, einem Verdickungsmittel aus Pflanzensaft. Die imposanten Zuckergebilde entstehen dadurch, dass bei einer bestimmten Temperatur Zucker gezogen und wie Glas geblasen werden kann. Erschwinglich wurden diese Kunstwerke durch den Rohrzuckerimport ab dem 16. Jahrhundert. 

Schloss Schwetzingen, Eiskeller im Oberen Wasserwerk; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sandra Moritz

Der Eiskeller von Schloss Schwetzingen.

Zum Dessert: Sahneeis und Fruchtsorbet

Als schmackhaftes Dessert servierte die Hofconditorei im 18. Jahrhundert Sahneeis oder Fruchtsorbet. Das zur Herstellung benötigte Eis wurde im Winter aus zugefrorenen Seen ausgesägt und in die Eiskeller der Schlösser gebracht – wie beispielsweise in Schwetzingen. Um die köstliche Leckerei herstellen zu können, wurden Metall- oder Glasbehälter von Eis umgeben. In diese Gefäße gab man die Zutaten und rührte so lange, bis am Rand des Behälters Eiskristalle entstanden. 

Zeichnung einer reifen Ananas von Maria Sibylla Merian, 1705; Foto: Wikipedia gemeinfrei

Zeichnung einer Ananas von 1705.

Ananas in Porzellankörbchen

Im Anschluss an das Festessen begab sich die Hofgesellschaft in einen anderen Raum, um eine letzte Köstlichkeit einzunehmen: Als besonderer Genuss galt es im 18. Jahrhundert, seinen Gästen frische Ananas zu servieren. Diese züchteten die Hofgärtner in den Orangerien. Der eigene Ananasanbau war ein Statussymbol, weil die Errichtung und der Betrieb der Gewächshäuser viele Ressourcen verschlang. Schätzungen zufolge dauerte es im 18. Jahrhundert drei Jahre, bis eine einzige Frucht herangereift war. 

Ausschnitt aus Gemälde „Die Teetrinker“ in Schloss Favorite Rastatt; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Gemeinsam genießen!

Als krönender Abschluss: ein Kaffee

Am Ende nahmen die feinen Damen und Herren noch einen Kaffee ein. Die Zubereitung verlief ähnlich wie heute. Der geröstete und gemahlene Kaffee wurde in eine Kanne gegeben und mit kochendem Wasser aufgebrüht. Wie er aber getrunken wurde, würde heute nicht mehr zum guten Ton zählen. Zunächst goss man den Kaffee in eine Tasse, vermischte ihn mit Milch und Zucker, um ihn dann in die Untertasse zu gießen, damit der Kaffeesatz in der Tasse verblieb.   

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