Eine der grössten Residenzen Europas

Barockschloss Mannheim

Rittersaal von Schloss Mannheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Bedeutender Mann am kurfürstlichen Hof

Cosimo Alessandro Collini

Cosimo Alessandro Collini (1727–1806) war eine der schillerndsten Gestalten am kurpfälzischen Hof: Über Umwege stieg der einstige Studienabbrecher und Vertraute Voltaires zum kurfürstlichen Geheimsekretär, geachteten Wissenschaftler und „Hofhistoriografen“ in Mannheim auf.

Cosimo Alessandro Collini; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Nach abgebrochenem Studium reiste Collini nach Preußen.

Ein Senkrechtstarter?

Collini entstammte einer adligen Florentiner Familie. 1749 brach er sowohl sein Jurastudium als auch die Verbindungen zu seiner Heimatstadt ab und reiste nach Preußen. In Berlin lernte der mittellose Collini Voltaire kennen. Als sein persönlicher Sekretär begleitete er ihn 1753 nach Mannheim und Schwetzingen. Durch die Vermittlung des berühmten Philosophen erhielt er schließlich 1760 eine Anstellung als kurfürstlicher Geheimsekretär am Hof von Kurfürst Carl Theodor.

François Marie Arouet, genannt Voltaire, Porträt von Nicolas de Largillière; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Er begleitete den Philosophen Voltaire.

Welche wichtigen Ämter bekleidete Collini?

Wegen seiner Forschungen zur kurpfälzischen Geschichte wurde Collini von Carl Theodor mit dem Titel eines Hofhistoriografen – Geschichtsschreibers – ausgezeichnet. 1763 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der „Academia Theodoro Palatina“, der Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften, die der Kurfürst nach Pariser Vorbild ins Leben rief. Seine Ernennung zum Direktor des Naturalienkabinetts im Mannheimer Schloss folgte kurze Zeit später. Collini stand nun im Rampenlicht der Wissenschaft.

Tischvitrine im Naturalienkabinett von Schloss Mannheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Robert Häusser

Das kurfürstliche Kabinett faszinierte Collini.

Wofür setzte er sich ein?

Fasziniert war Collini von dem „Kabinett natürlicher Seltenheiten“ – einem Ergebnis langjähriger kurfürstlicher Sammelleidenschaft. Als Erster katalogisierte er die unzähligen Muscheln, Fossilien, Mineralien, Straußeneier und Walrosszähne. Collini leitete das Naturalienkabinett ab 1764 und erweiterte es um Präsentationen von Insekten, seltenen Pflanzen und völkerkundlichen Sammlungsstücken. Besonders die Achate und Basalte hatten es ihm angetan, deren Fundorte er selbst bei zahlreichen Reisen in Augenschein nahm.

Brunnen im Schlossgarten Schwetzingen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Er ertrug den Verlust seines Kabinetts nicht.

Was geschah mit „seinem“ Naturalienkabinett?

In der Zeit der Revolutionskriege ab 1792 und besonders nach dem Tod Carl Theodors 1799 war der Verfall des Naturalienkabinetts kaum zu verhindern. 1803 musste Collini es ganz auflösen. Einen Großteil hatte er nach München abzugeben, einige Stücke gelangten in badischen Besitz und sind heute in Karlsruhe Teil des Naturkundemuseums. Collini konnte den Untergang „seines“ Naturalienkabinetts nicht verschmerzen. 1806 starb er in seiner Wahlheimat Mannheim.

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