Eine der grössten Residenzen Europas

Barockschloss Mannheim

Barockschloss Mannheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Christoph Hermann
Eine der grössten Barockresidenzen in Europa

Meilensteine

Im 18. Jahrhundert beeindruckte die Größe des Schlosses. Hinter der strengen Schaufassade entfaltete sich unter Kurfürst Carl Theodor ein reiches künstlerisches und wissenschaftliches Leben. In dieser Tradition steht das Mannheimer Schloss heute als architektonischer Mittelpunkt der Quadratestadt.

Treppenhaus in Schloss Mannheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Christoph Hermann

Über 40 Jahre bauten die Kurfürsten am Schloss.

Barocke Residenz der Pfälzer Wittelsbacher

Über 40 Jahre bauten Kurfürst Carl Philipp und sein Nachfolger Carl Theodor von der Pfalz an dem zweitgrößten Barockensemble Europas. Die elegante Innenraumausstattung, die Ende der 20er-Jahre des 18. Jahrhunderts entstand, entsprach dem neuesten französischen Geschmack. Doch das Äußere des Schlosses gab Anlass zur Kritik, denn hier waren die zeitgenössischen Regeln der Architekturtheorie nicht eingehalten worden – Robert de Cotte, der Hofarchitekt des französischen Königs, soll nur mit dem Kopf geschüttelt haben. Neben der prächtigen Innenausstattung konnte also nur die Größe der Anlage beeindrucken.

Allegorie der Malerei von Johann Philipp van der Schlichten um 1729 im Rittersaal von Schloss Mannheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Kurfürst Carl Theodor förderte die Kunst.

„Musenhof“ Mannheim

Im Europa des 18. Jahrhunderts war Mannheim als wahrer „Musenhof“ bekannt. Der kunstsinnige Kurfürst Carl Theodor förderte Hofmusik, Oper, Theater und Wissenschaften. Eine bedeutende Rolle spielte der Florentiner Cosimo Alessandro Collini. Als Direktor des Naturalienkabinetts ordnete er die natur- und völkerkundlichen Sammlungen des Kurfürsten. Zudem erforschte er die kurpfälzischen Gesteine, Mineralien und Fossilien.

Gelber Salon von Schloss Mannheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Dirk Altenkirch

Die Großherzogin richtete sich im Empire-Stil ein.

Zweite Blüte

Im 19. Jahrhundert erlebte das Schloss unter der Regierung des Hauses Baden seine zweite Blüte. Das Erbgroßherzogspaar Carl und Stéphanie von Baden zog in die ehemalige kurfürstliche Residenz. Nach dem Tod ihres Ehemannes nahm Stéphanie – eine Adoptivtochter Kaiser Napoleons – in Mannheim ihren Witwensitz. Aufgrund ihrer vielseitigen musischen und geistigen Interessen führte sie einen zwar bescheidenen, aber gesellschaftlich gefragten Hof. Nach ihrem Tod 1860 wurde die Hofhaltung im Schloss aufgelöst.

Besucher in Schloss Mannheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Seit 2007 erstrahlt das Schloss in neuem Glanz.

Wiedergeburt eines Schlosses

Schloss Mannheim wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Zwei Jahre nach Kriegsende begann der Wiederaufbau. Die Universität nutzte seit den 1950er-Jahren die ehemaligen Schlossräume. Nur wenige Prunkräume wurden rekonstruiert und dienten als „gute Stube“ der Stadt Mannheim. Der von Stéphanie im englischen Stil angelegte Schlossgarten war bereits im 19. Jahrhundert der Industrialisierung gewichen. Dagegen konnte die prächtige Beletage, das Hauptgeschoss, mit originalen Einrichtungsgegenständen neu bestückt werden und im Jahr 2007 ihre Türen wieder für Gäste aus aller Welt öffnen.

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