Eine der grössten Residenzen Europas

Barockschloss Mannheim

Barockschloss Mannheim, Rittersaal, Ausschnitt aus einer Supraporte, Personifikation der Architektur, Johann Philipp van der Schlichten, um 1729; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Armin Weischer
Neuer Schlossbaumeister

Guillaume d‘Hauberat

Der französische Architekt und Baumeister des Barock war an zahlreichen herrschaftlichen Bauten in Deutschland beteiligt. In Mannheim veränderte Guillaume d’Hauberat (1680–1749) die Pläne seines Vorgängers, gestaltete die Innenräume nach französischem Geschmack und vollendete die Schlosskirche.

Porträt des französischen Hofbaumeisters Robert de Cotte; Foto: Wikipedia gemeinfrei

Robert de Cotte, der französische Hofbaumeister, bildete d’Hauberat aus.

WIE KAM D‘HAUBERAT NACH DEUTSCHLAND?

Seine Ausbildung erhielt Guillaume d’Hauberat an der Pariser Schule des bedeutenden französischen Hofbaumeisters Robert de Cotte. 1716 holte dieser ihn nach Bonn: D‘Hauberat sollte de Cotte bei den Bauvorhaben für den Kölner Kurfürsten Joseph Clemens von Bayern unterstützen. Dem Baumeister kam hierbei die Rolle des Vermittlers zwischen de Cottes Büro in Paris und dem Baugeschehen in Bonn zu. Zehn Jahre später folgte d‘Hauberat dem Ruf des Kurfürsten Carl Philipp von der Pfalz an den Hof nach Mannheim.

Barockschloss Mannheim, Intarsienbild mit Schloss und Befestigungsanlagen nach Jean Clemens Froimont, um 1725; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Ansicht von Schloss und Befestigungsanlagen nach Jean Clemens Froimont, um 1725.

WER BAUTE VOR D’HAUBERAT AM SCHLOSS?

Erste Planungen für das riesige Residenzschloss in Mannheim lieferte der Franzose Louis Rémy de la Fosse. Bis 1720 hatte der Mainzer Architekt Johann Kaspar Herwarthel die Bauleitung inne, dann übernahm Jean Clemens Froimon aus Frankreich. Aber erst 1726 gelang es dem Kurfürsten, mit Guillaume d’Hauberat einen Architekten von europäischem Rang zu verpflichten. Dieser brachte die Kenntnisse mit, um das Innere des Schlosses nach dem neuesten französischen Geschmack zu gestalten.

WELCHEN TEIL DES SCHLOSSES BAUTE ER?

Mit der Berufung d’Hauberats nach Mannheim begann die zweite Bauphase am Schloss. Der neue Schlossbaumeister veränderte die Pläne Froimonts: Mehrere Gebäudeteile ließ er wieder abreißen und neu konstruieren. Im Inneren gestaltete er bereits vollendete Teile wie den Rittersaal und das prunkvolle Haupttreppenhaus mit seiner mächtigen Doppeltreppe. Mit der Einweihung der Schlosskapelle am 13. Mai 1731 endete die große Bauphase am Schloss und der Kurfürst konnte den Hauptbau beziehen.

Barockschloss Mannheim, Schlosskapelle, Blick zur Orgel; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Barockschloss Mannheim, Treppenhaus; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Barockschloss Mannheim, Rittersaal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Innengestaltung von Schlosskapelle, Treppenhaus und Rittersaal tragen die Handschrift des französischen Architekten.

AN WELCHEN BAUPROJEKTEN ARBEITETE D‘HAUBERAT NOCH MIT?

Vor und während seiner Arbeit für den kurpfälzischen Hof war d‘Hauberat an mehreren Bauwerken in Deutschland beteiligt. Der Franzose wirkte mit an der Planung und Ausführung des Poppelsdorfer Schlosses bei Bonn, des Schlosses Kirchheimbolanden und des Palais Thurn und Taxis in Frankfurt am Main. 1748 wurde d’Hauberat zum Oberbaudirektor in Mannheim ernannt. In dieser Stellung vollendete er die Kuppel der Mannheimer Jesuitenkirche. Zudem baute er in Schloss Schwetzingen, der Sommerresidenz der Kurfürsten.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Blick in den Ehrenhof; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Tobias Schwerdt

Für den Kurfürsten arbeitete d’Hauberat auch im Schloss Schwetzingen.

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