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Eine der grössten Residenzen Europas

Barockschloss Mannheim

Barockschloss Mannheim, Historische Aufnahme Ehrenhof; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Bürger übernehmen das Schloss

Das Ende der Monarchie

Am 9. November 1918 wurde die Republik ausgerufen – auch in Baden und Württemberg. Die Monarchen dankten ab und in Deutschland begann die Zeit der Demokratie. Zugleich wurden damit viele Residenzschlösser zu Museen und zu Orten, die nun allen gehörten.

Bildnis Großherzogin Stéphanie von Baden, 1.Hälfte 19. Jahrhundert,  Kopie von Schmitt nach François Gérard, wohl Karlsruher Hofmaler; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Stéphanie von Baden bewohnte als Letzte das Schloss.

EIN WANDEL IM SCHLOSS

Das Barockschloss Mannheim war am Beginn des 20. Jahrhunderts längst nicht mehr Residenz und Regierungssitz: Schon 1778 hatte Carl Theodor, damals noch Pfalzgraf und Kurfürst der Pfalz, Mannheim verlassen und war, eine Folge der Erbschaft Kurbayerns, nach München umgezogen. 1802 ging die kurpfälzische Residenz in badischen Besitz über. Als Witwensitz der Stéphanie von Baden erlebte das Schloss ein letztes Mal eine adlige Bewohnerin in der Beletage. Nach dem Tod der Großherzogin wandelte sich das Schloss vollends und wurde zum Sitz vieler Behörden. Neben der Rheinschifffahrtskommission waren hier unter anderem das Badische Oberhofgericht sowie das Land- und Amtsgericht untergebracht.

STÜRMUNG DES SCHLOSSES

Obwohl Schloss Mannheim kein Regierungssitz mehr war, wurde es Anfang 1919 zum Ziel der Unruhen. Im Februar riefen während einer Demonstration Arbeiter- und Soldatenräte die Räterepublik in Mannheim aus. Einige der Redner forderten konkrete Aktionen – bis schließlich etwa 1.000 Demonstranten das Mannheimer Schloss stürmten und über mehrere Stunden hinweg die Behördenräume verwüsteten. Zusätzlich öffneten sie die im Keller untergebrachten Gefängniszellen und befreiten politische Gefangene, aber auch Verbrecher. Die Ausrufung der Räterepublik wurde von der badischen Regierung in den folgenden Tagen wieder rückgängig gemacht. 1926 setzte bereits die Museumstradition in Schloss Mannheim ein: Damals wurde ein öffentlich zugängliches Schlossmuseum eingerichtet.

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Historische Aufnahmen der prächtigen Bibliothek im östlichen Seitenflügel des Mannheimer Barockschlosses.

EIN JAHRHUNDERT SCHLOSSERLEBNIS

Nicht wenige Schlösser waren schon vor 100 Jahren nicht mehr Wohnsitz oder gar Regierungssitz der alten Herrscherfamilien. Die Umnutzung hatte längst begonnen: als Museum oder als touristische Attraktion, als Archiv oder als Verwaltungssitz. Mit dem Ende der Monarchie wurde der Schritt endgültig. Nur die Schlösser, die zum Privatvermögen der ehemaligen Herrscher gehörten, blieben in deren Eigentum. Alle anderen Schlösser gingen in Landesbesitz über – viele davon sind noch heute besuchenswerte Sehenswürdigkeiten, betreut von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

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Mannheim