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Une des plus grandes résidences d’Europe

Château baroque de Mannheim

Porträt von Johann Jakob Hemmer; Foto: Wikipedia, gemeinfrei
Kurpfälzischer Brandschutz

Der Blitzableiter

Dem Interesse des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz ist es zu verdanken: Die kurpfälzischen Schlösser und Pulvertürme waren seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert vor Blitzeinschlägen geschützt. Der „Hemmer‘sche Fünfstern“ sorgte für den nötigen Schutz. Erfunden hatte ihn der Jesuitenpater Johann Jakob Hemmer.

 Bildnis von Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz, Mitte des 18. Jahrhunderts; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Carl Theodor: ein aufgeklärter Fürst.

Ein Freund der Wissenschaften

Carl Theodor zählte zu den aufgeklärten Fürsten des 18. Jahrhunderts und war zeit seines Lebens ein großer Förderer der Wissenschaften. Auch physikalische Studien hatten es ihm angetan. 1760 ließ er für den Jesuitenpater Johann Jakob Hemmer (1733–1790) ein physikalisches Kabinett im Mannheimer Schloss einrichten. Hier experimentierte Hemmer nach dem Vorbild Benjamin Franklins mit elektrischer Ladung und Entladung.

Rathaus Mannheim 1840 nach Joseph Maximilian Kolb; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Ein Blitzableiter für alle wichtigen Gebäude.

Der „Hemmer‘sche Fünfstern“

1764 zerstörte ein Blitzeinschlag das schon ruinöse Heidelberger Schloss, 1769 traf es den Schwetzinger Marstall. Kurfürst Carl Theodor folgte nun dem Rat Hemmers, alle Schlösser und Pulvertürme in der Kurpfalz mit Blitzableitern zu versehen. Der Wissenschaftler hatte einen „Fünfstern“ entwickelt: An einer senkrechten Stange ist ein waagerechtes Spitzenkreuz befestigt. Wegen der fünf sternförmig angeordneten Spitzen wurde der Blitzableiter „Hemmer‘scher Fünfstern“ genannt. Er ist heute noch auf den Dächern von Schloss Schwetzingen zu sehen.

Ansicht von Schloss Schwetzingen mit Blitzableiter;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Der Fünfstern auf den beiden Türmen von Schloss Schwetzingen.

Kuriose Blitzableiter

Nachdem die Residenz nach München verlegt worden war, stattete Hemmer weitere Schlösser im Herrschaftsgebiet Carl Theodors aus: Sowohl die alte Residenz in Düsseldorf als auch Schloss Nymphenburg und 1783 Schloss Mannheim wurden mit dem fünfspitzigen Blitzableiter gesichert. Darüber hinaus konstruierte Johann Jakob Hemmer so manchen kuriosen Blitzableiter: Ein „Blitzschirm“ und ein „Blitzspazierstock“ – jeweils mit langen Eisenspitzen versehen – sollten beim Spaziergang im Gewitter vor den gefährlichen Einschlägen schützen.

 Besucher vor dem Schloss Mannheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Christoph Hermann

Barockschloss Mannheim zählt zu den größten Schlössern Europas.

Meteorologische Forschungen

In Schloss Mannheim gab es auch eine kleine meteorologische Station. Täglich wurden hier Wetterlage, Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemessen. Außerdem ließ Carl Theodor aus seiner Privatschatulle 39 Wettermessstationen in ganz Europa einrichten und die Werte um 7, 14 und 21 Uhr Mannheimer Ortszeit ablesen. Die 1780 gegründete „Kurpfälzische Meteorologische Gesellschaft“ nutzte diese Daten für Wettervorhersagen. Übrigens: Diese drei Termine sind als „Mannheimer Stunden“ bekannt geworden, an ihnen orientert man sich bis heute.

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