Eine der grössten Residenzen Europas

Barockschloss Mannheim

Stuckornamente im Bibliothekskabinett von Schloss Mannheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele
Ein bedeutendes Kleinod

Das Bibliothekskabinett

Das Bibliothekskabinett der Kurfürstin Elisabeth Auguste von der Pfalz hat die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges weitgehend unbeschadet überstanden. Zu sehen sind die überreich verzierten Wände mit den hinter Gittertüren versteckten Bücherregalen.

Bibliothekskabinett in Schloss Mannheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Das Kabinett ist heute noch im Original erhalten.

Höhepunkt des Rokoko

Das kleine Kabinett liegt im Erdgeschoss des Hauptgebäudes und war Teil eines intimen Gartenappartements der Kurfürstin. Als einziger von mehr als 500 Schlossräumen hat sich dieses kleine Kabinett in beinahe ursprünglichem Zustand erhalten. Der lothringische Baumeister Nicolas de Pigage (1723–1796) hatte nicht nur die Baufaufsicht über den Innenausbau der Hofbibliothek, sondern war auch verantwortlich für dieses bezaubernde Privatkabinett, entstanden zwischen 1755 und 1757. Trotz der überreichen Dekoration wirkt der Raum sehr harmonisch und ausgewogen.

Stuckornamente im Bibliothekskabinett von Schloss Mannheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Für das Rokoko typisches Muschelwerk.

Reizvolles Raumkunstwerk

Geschnitzte und farbig gefasste Holzpaneele verkleiden die Wände. Die Bücherregale waren hinter vergitterten Türen verborgen. Die Hofbildhauer Augustin Egell und Johann Matthäus van den Branden schufen die Holzschnitzereien. Für den reizvollen Deckenstuck war die Werkstatt von Giuseppe Antonio Albuccio verantwortlich. Kabinettschreiner Frank Zeller belegte den Boden mit einem schön gestalteten Parkett.

Ein Rückzugsort für die Kurfürstin

Musen und allegorische Bilder geben dem Raum eine heitere, sinnliche Atmosphäre. Die duftigen Malereien in Rosé und hellem Grün führte Philipp Hieronymus Brinkmann, Direktor des Malereikabinetts, aus. Sie gingen leider bei der Auslagerung im Zweiten Weltkrieg verloren und sind heute als Rekonstruktion zu sehen. Für Kurfürstin Elisabeth Augusta besaß dieser anmutige Raum eine besondere Bedeutung: Hier stand ihr eine eigene Bibliothek zur Verfügung, in die sie sich mit Vertrauten zurückziehen konnte.

Deckengemälde im Bibliothekskabinett von Schloss Mannheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt
Porträtkartusche im Bibliothekskabinett von Schloss Mannheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Ein stimmungsvoller Raum mit liebevollen Details: hier die Malereien an der Decke und den Wänden.

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