Eine der grössten Residenzen Europas

Barockschloss Mannheim

Streiter für die katholische Kirche

Die Jesuiten

Die „Societas Jesu“ oder „Gesellschaft Jesu“, entstand Anfang des 16. Jahrhunderts. Der Orden war Teil einer katholischen Erneuerungsbewegung und breitete sich rasch aus. Seine Mitglieder übernahmen führende Positionen der Gegenreformation und betrieben erfolgreiche Bildungsarbeit.

Porträt Ignatius von Loyola; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Loyola war einer der Gründer des Ordens „Societas Jesu“.

Durch päpstliches Recht weltweit anerkannt

Der ehemalige Offizier und spätere Theologiestudent Ignatius von Loyola (1491–1556) gründete zusammen mit fünf seiner Kommilitonen die „Gesellschaft Jesu“ am 15. August 1534 in Paris. Schon 1540 wurde die Gemeinschaft von Papst Paul III. mit der Bulle „Regimini militantis ecclesiae“, auf deutsch „Der Leitung der streitenden Kirche“, als Orden anerkannt. In kürzester Zeit verbreitete sich der katholische Orden in ganz Europa und zählte bis zum Tod seines Gründers bereits 1.000 Mitglieder.

Erziehen und Missionieren als Hauptaufgaben

Ein Schwerpunkt des Jesuitenordens war die Bildungs- und Missionsarbeit. Die Ordensbrüder erhielten eine langjährige und fundierte Ausbildung vor allem in den Fächern Theologie und Naturwissenschaften. Sie waren durch ihre eigenverantwortliche Tätigkeit nicht an ein Kloster oder einen Ort gebunden. Sie lebten nicht in Klausur: Es gab kein gemeinsames Chorgebet und keine typische Ordensbekleidung. Dennoch waren die Ordensbrüder ihrem Gelübde – Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam – verpflichtet.

Die Jesuiten waren vom Papst anerkannt worden und schuldeten ihm absoluten Gehorsam. Ihre Mutterkirche bauten sie in Rom.

Die „Ratio Studiorum“, Leitfaden und Anleitung zur jesuitischen Erziehung und Ausbildung; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Die Jesuiten verbanden Bildung und Mission.

BOTSCHAFTER DES GLAUBENS

Viele Schul- und Universitätsgründungen auf der ganzen Welt gehen auf die Jesuiten zurück. Durch ihre erfolgreiche Bildungs- und Missionsarbeit waren die Jesuiten zu begehrten Ansprechpartnern geworden – auch für die katholischen Landesherren am Oberrhein: Die Herrscher der Kurpfalz und der Markgrafschaft Baden holten die Jesuiten in ihre katholisch gebliebenen oder wieder katholisch gewordenen Länder. Hier traten sie als Berater der Herrscher, als Lehrer und als Botschafter des katholischen Glaubens auf.

Die Mannheimer Jesuiten-Kirche; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Noch heute zeugen Bauwerke in Mannheim von den Jesuiten.

Mit der Blüte des Mannheimer Hofs verbunden

In Mannheim entstanden mit der Jesuitenkirche und dem Jesuitenkolleg bedeutende Bauwerke, die mit dem Mannheimer Hof und seiner Blüte im 18. Jahrhundert eng verbunden waren. Nachdem die kurpfälzische Residenz im Jahre 1720 von Heidelberg nach Mannheim verlegt worden war, kamen die Jesuiten auch nach Mannheim. Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz schenkte ihnen einen Bauplatz für die Jesuitenkirche. Als der Orden 1773 verboten wurde, verließen die Ordensbrüder die kurpfälzische Residenz.

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