Aquarell mit Ansicht der Gartenseite von Schloss Mannheim, um 1890

Gartenanlage mit wechselvoller Geschichte

Der Schlossgarten

Zur kurfürstlichen Residenz gehörte von Anfang an ein Garten. Er war Balsam für müde Augen und wurde von Reisenden gerühmt: der Mannheimer Schlossgarten. Heute ist davon nur noch wenig zu sehen. Großflächige Eisenbahn- und Straßentrassen zerschneiden die ehemaligen Grünflächen.

Ansicht des Schlosses  Mannheim von Süden, Kupferstich von Schnell nach Fries, um 1830

Für seinen Garten kaufte der Kurfürst Blumen.

Der Barockgarten

Bereits Kurfürst Carl Philipp ließ zwischen dem Schloss und den Festungsanlagen einen Garten im französischen Stil anlegen. 1730 wurden 400 Ulmen und 400 Taxusbäume in den Niederlanden gekauft und per Schiff auf dem Rhein in die kurfürstliche Residenz gebracht. Unter Carl Theodor ergänzten Blumenrabatten und Rasenflächen die einfachen baumbestandenen Wälle. Der Kurfürst kaufte zudem im großen Stil Tulpen und Hyazinthen in den Niederlanden und ließ Flanierwege und Springbrunnen anlegen.

Schloss Mannheim mit seinem Landschaftsgarten, Aquarell von J.P. Karg, 1819

Weitausschwingende Wege führten durch die Wiesen.

Der englische Garten

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Mannheimer Befestigungen abgebaut. Gartenbaudirektor Johann Michael Zeyher schuf nun einen Landschaftsgarten im englischen Stil. Weitausschwingende Wege führten durch die Wiesen. Gehölzgruppen sorgten für Abwechslung und boten faszinierende Blickachsen zu Gartenarchitekturen wie zum Beispiel einen Pavillon. Vor dem östlichen Teil des Schlosses entstanden eine Baumschule und ein Gemüsegarten. Kleine Alleen luden vor dem Westflügel des Schlosses zu schattigen Spaziergängen ein.

Gartenanlage und Schloss Mannheim von Ehrenhofseite, vor der Zerstörung um 1936/37

Eisenbahngleise wurden durch den Garten gelegt.

Das Ende des Schlossgartens

Die Idylle währte kaum ein halbes Jahrhundert. Die Stadt Mannheim, an Rhein und Neckar gelegen, entwickelte sich zum bedeutenden Handelszentrum: Hier wurden die Güter vom Wasser auf die Schiene gebracht. Dem Ausbau des neuen Verkehrsnetzes musste der Schlossgarten weichen: Ab 1865 wurden Eisenbahn- und Straßentrassen durch den Schlossgarten Richtung Ludwigshafen geführt. Das Schloss war nun vom Rhein abgetrennt. 1893 und 1894 folgten eine weitere Brücke und Straßen, die den Schlossgarten völlig zerschnitten.

Luftaufnahme Schloss Mannheim von 1994

Nur noch der Ehrenhof erstrahlte in Grün.

Ehrenhof und Friedrichspark

In den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts gestaltete Gartenbaudirektor Zeyher den Ehrenhof als Grünanlage mit runden Rasenflächen, Gebüschgruppen und Brunnen. Noch Ende des 19. Jahrhunderts entstand westlich des Schlosses der Friedrichspark mit italienischem Blumenparterre – nach dem Zweiten Weltkrieg mit weiteren Straßen- und Eisenbahntrassen überbaut. Und der Ehrenhof? Anlässlich des Stadtjubiläums 2007 erhielt er wieder seine ursprüngliche barocke Form als Repräsentationsplatz mit Steinpflasterung.

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