Das Leben von Elisabeth Auguste war eng mit den Geschicken der Kurpfalz verwoben. Als Enkelin des Kurfürsten Carl Philipp von Pfalz-Neuburg am 17. Januar 1721 geboren, wurde sie aus dynastischen Gründen 1742 mit ihrem Cousin Carl Theodor von Pfalz-Sulzbach (1724-1799) verheiratet. Diese von ihrem Großvater gestiftete, politisch kluge Ehe sollte in erster Linie die Erbansprüche in einem neu begründeten pfälzisch-wittelsbachischen Haus sichern. Auch ihre beiden Schwestern Maria Franziska und Maria Anna wurden mit Wittelsbacher Erben vermählt.
Wie bei so vielen politisch arrangierten Eheschließungen erwartete das Paar keine glückliche Gemeinschaft. Charakterlich unterschieden sich die beiden: die Kurfürstin war lebenslustig und sinnesfroh, Festlichkeiten und Annehmlichkeiten zugeneigt, ihr Gemahl dagegen war melancholisch und in sich gekehrt. Carl Theodor, der ausgesprochen wissenschaftlich interessiert war, ließ Elisabeth Auguste nicht an seinem Leben teilnehmen. Sie ging leidenschaftlich gern zur Jagd und interessierte sich für die französische Komödie und für Musik. Feste, Feierlichkeiten und Aufführungen nutzte sie dazu, den pfälzischen Hof und die Regierung ihres Gatten angemessen zu repräsentieren. Die höfische Unterhaltungskultur nahm unter ihrer Leitung einen schnellen und kostspieligen Aufschwung. Wichtige Grundsteine für das später so bekannte Musikleben am Mannheimer Hof: Ab 1747 unterhielt man eine feste französische Schauspielergruppe bei Hof und ab 1748 wurde regelmäßig eine große Oper aufgeführt – die Premiere fand jeweils am Geburtstag der Kurfürstin statt!
Von ihrem Gatten erhielt sie die Organisation und Leitung der Hoffeierlichkeiten übertragen: eine Funktion, die sie immer mehr dazu nutzte, ihre Günstlinge am Hof zu protegieren.
Auch staatsmännisch scheint Elisabeth Auguste zu Beginn der Ehe ihren jüngeren Gatten dominiert zu haben: Sie verstand es, ihren Einfluss auf ihn und auf die Politik der Kurpfalz mit großer Energie durchzusetzen. Als Enkelin des alten Kurfürsten genoss sie besonderes Ansehen und hatte einen festen Herrschaftsanspruch auf die niederrheinischen Herzogtümer Jülich und Berg. In den schweren Jahren des Siebenjährigen Krieges (1756-63) war sie das Zentrum des Hoflebens und konnte ihren Mann dazu bewegen, sich erst dann auf die Seite der Großmächte Frankreich und Österreich zu stellen, nachdem diese ihr Recht auf Jülich und Berg bestätigt hatten.
Der Tod des spät geborenen einzigen Sohnes und Nachfolgers gleich bei seiner Geburt 1761 machte die Hoffnungen auf eine dynastische Erbfolge zunichte – die Kurfürstin kam ihrer Pflicht, die Dynastie zu erhalten, nicht nach. Ihre Kinderlosigkeit und ihre Günstlingswirtschaft trugen dazu bei, dass ihre Situation am Hof zunehmend schwieriger wurde: Der Kurfürst entzog ihr systematisch jeden Einfluss auf die Staatsgeschäfte und das Mannheimer Hofleben. Das Kurfürstenpaar begann, sich immer öfter auch räumlich zu trennen. Der Kurfürst „schenkte“ Elisabeth Auguste 1768 ein Schloss im linksrheinischen Oggersheim, das sie als Sommersitz nutzte – fern von Carl Theodors Sommerresidenz Schwetzingen. Die Winter in der Residenz Mannheim wurden durch längere – getrennte – Jagdpartien unterbrochen.
Als Folge der Revolutionskriege in Frankreich musste das Kurfürstenpaar um die Jahreswende 1793/94 den Verlust aller linksrheinischen Gebiete hinnehmen. Oggersheim wurde im Januar 1794 geplündert und das Schloss fast völlig niedergebrannt. Elisabeth Auguste, die in ihren letzen Lebensjahren beim Volk auf Grund ihrer Frömmigkeit und Freigebigkeit an Sympathien gewonnen hatte, suchte im von der Ebene geschützten Städtchen Weinheim Zuflucht. Dort starb sie am 17. August 1794.
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