Außenansicht von Schloss Mannheim

Monumentales Barockschloss

Das Schloss

Das riesige Barockschloss Mannheim zählt mit seinem weiten Ehrenhof und einer Schaufassade von 440 Metern Länge zu den größten Schlössern Europas. Die beeindruckende Anlage sollte die politische Stellung der Kurfürsten von der Pfalz verdeutlichen.

Bildnis Kurfürst Carl Philipp von der Pfalz, Gemälde von Johann Philipp van der Schlichten, 1729, Schloss Mannheim

Kurfürst Carl Philipp begann 1720 mit dem Bau.

Von der Festung zur kurfürstlichen Residenz

Schloss Mannheim geht auf die 1606 von Kurfürst Friedrich IV. gegründete Festung „Friedrichsburg“ zurück. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das einfache Schloss zerstört. Erst 1720 ließ Kurfürst Carl Philipp den Grundstein zu einem neuen, repräsentativen Schlossbau legen. An den Planungen waren die französischen Architekten Louis Remy de la Fosse, Clemens Froimon und Guillaume d’Hauberat beteiligt. Bereits 1731 waren die ersten Räume im westlichen Corps de Logis, dem Schlossmittelbau, bezugsfertig.

Besucher im Rittersaal von Schloss Mannheim

Noch heute beeindruckend.

Prachtvoller Ausbau im 18. Jahrhundert

Carl Philipps Nachfolger, Kurfürst Carl Theodor, ließ die mächtige Schlossanlage weiter ausbauen. Bei der äußeren Gestaltung behielt er den repräsentativen Stil des Barock bei. Im Inneren jedoch entstanden Räume, die künstlerisch bereits am Rokoko und dem beginnenden Klassizismus orientiert waren. Carl Theodors Residenz entwickelte sich nun dank seiner Förderung von Kunst und Wissenschaft zum viel gerühmten europäischen Musenhof.

Schlafzimmer in der Wohnung Stéphanies von Baden im Schloss Mannheim, Aquarell von Pieter Francis Peters, 1842

Die verwitwete Großherzogin mochte es modern.

Neuer Glanz in badischer Zeit

1777 erbte Kurfürst Carl Theodor das Kurfürstentum Bayern und siedelte mit dem Hofstaat nach München über. Nach dem Übergang der Kurpfalz an Baden diente Schloss Mannheim von 1806 bis 1811 dem Erbgroßherzogspaar Carl von Baden und Stéphanie de Beauharnais als Wohnsitz. Früh verwitwet kehrte Stéphanie 1818 nach Mannheim zurück. Das ehemalige kurfürstliche Appartement wurde nun im modernen Empire-Stil eingerichtet. Durch die Privatgesellschaften der Großherzoginwitwe erlebte Schloss Mannheim seine zweite Blüte.

Kriegszerstörungen am Schloss Mannheim

Der Zweite Weltkrieg zerstörte das Schloss.

Zerstörung und Wiederaufbau

1918 ging das Schloss in den Besitz des Freistaates Baden über. Ein Schlossmuseum wurde 1926 eingerichtet. Der Zweite Weltkrieg legte die einst so prächtige Residenz in Schutt und Asche. Nach dem Krieg wurde das Schloss wieder aufgebaut und einige wenige Räume rekonstruiert. Aber erst 2007 wurden das ursprüngliche Mansardendach des Mittelbaus, einige Raumensembles und der Ehrenhof wiederhergestellt. Damit kehrten auch 800 kostbare Objekte zurück, die einst zur Ausstattung des Schlosses gehört hatten.

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