(Beletage, Coursaal)
Über vier Meter hoch und drei bis sieben Meter breit sind die riesigen Wandteppiche mit Darstellungen aus der Argonautensage. Sie beeindrucken nicht nur aufgrund ihrer Größe, sondern auch wegen der Lebendigkeit der dargestellten Szenerie, der Farbigkeit des Materials und der Kunstfertigkeit: Die Herstellung eines Quadratmeters dauerte drei bis vier Monate und beschäftigte ein ganzes Heer von Teppichwebern!
Thema der Jason-und-Medea-Folge sind die Abenteuer des Helden Jason, der erst nach Beschaffung des Goldenen Vlieses das väterliche Thronerbe antreten konnte. Die Folge umfasst sieben Teppiche: „Jasons Treueschwur“, „Bezwingung der Stiere“, „Die aufgehende Drachensaat“, „Das Goldene Vlies“, „Vermählung Jasons mit Kreusa“, „Medeas Rache“, „Medeas Flucht“. Die Motive dazu entstanden bereits 1392 unter Philipp dem Kühnen und wurden wiederholt auf Tapisserien dargestellt. Nach neuen Entwürfen von Jean Francois de Troy von 1744/46 führten im 18. Jahrhundert Pariser Gobelinmanufakturen die Jason-und-Medea-Folge wohl insgesamt 12 Mal aus. Entsprechen tragen alle Mannheimer Tapisserien dieser Folge das französische Lilienwappen. Die Tapisserien waren 1780 dem Fürstbischof Rohan von Straßburg geschenkt worden und wurden 1803 vom badischen Kurfürsten Karl Friedrich von Baden angekauft. 1919, nach Ende der Monarchie, wurde die Jason-und-Medea-Folge zusammen mit weiteren Mannheimer Tapisserien dem großherzoglichen Hause überlassen. 1995 erwarben die Staatlichen Schlösser Baden-Württemberg sie aus dem Besitz des Markgrafen von Baden zurück.