(Beletage, Großes Kabinett)
Die Christus-Folge besteht heute aus sechs Teppichen: „Geburt Christi“,
„Betender Hirte“ und „Verkündigungsengel“, „Taufe am Jordan“, „Brotverteilung“
und „Speisung der Fünftausend“. Die beiden letzteren bildeten ursprünglich einen
Wandteppich. Es handelt sich wohl um Arbeiten der Brüssler Manufaktur von
Jean-Baptist Vermillion aus den Jahren um 1730. Die Entwürfe dazu lieferten
vermutlich Maximilian de Hase und Aurèle-Augustin Coppens. Da auf allen Stücken
das Lilienwappen mit Krone zu sehen ist, scheint der französische König
Auftraggeber der Serie gewesen zu sein.
Es ist wahrscheinlich, dass die Christus-Folge zu den 1803 durch Kurfürst Carl
Friedrich aus dem Nachlass Kardinal Rohans erworbenen Tapisserien gehört. Denn
die Folge wird seit 1804 in Schloss Mannheim aufgeführt. Erst seit 1995 befindet
sich die Christus-Folge mit ihren leuchtenden Farben wieder im Besitz der
Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.