Die zwischen 1733 und 1760 erbaute Kirche des Mannheimer Schlosses gehört zu den herausragenden barocken Kirchenbauten am Oberrhein. Im Inneren scheinen die Wände, die Stuckaturen die Skulpturen und das Deckengemälde zu einem Raumeindruck zu verschmelzen, die Illusion der Öffnung in eine himmlische Unendlichkeit wird mit der raffinierten Gestaltung aller Raumteile erreicht.
Die Kabinettsbibliothek der Kurfürstin Elisabeth Augusta ist ein Glanzstück der kurpfälzischen Rokokobaukunst. Der anmutige Raum entstand in der Mitte des 18. Jahrhunderts und ist als einziger Raum des Schlosses nahezu im Originalzustand erhalten. In diesem intimen Refugium beeindruckt das spielerische Miteinander von Architektur, Bildhauerei, Malerei und Ornament, die sich zu einer Einheit zusammenfügen. Die heitere und inspirierende Atmosphäre spiegelt sich in sämtlichen Motiven vornehmlich aus der antiken Götterwelt wider.
Nachdem im Jahr 1806 das Erbprinzenpaar Karl und Stephanie von Baden Schloss Mannheim zum Stammsitz erhalten hatte, ließ die spätere Großherzogin einige Räume im westlichen Ehrenhofflügel renovieren. Im Stil des Empire, dem Stil des französischen Kaiserreiches gestaltete man diese Wohnräume mit klassizistischen Friesen und Pilasterfüllungen mit antikisierenden Motiven und stattete sie mit modernen Empiremöbeln aus. Darunter befand sich auch ein Prunkbett für Stephanie.