Kurfürst Carl Theodor erteilte 1755 Paul Anton Hannong das Privileg, in Frankenthal eine Porzellanfabrik zu gründen. Hannong war aus Straßburg gekommen, wo ihm durch ein Edikt König Ludwig XV. untersagt worden war, außerhalb der königlichen Manufaktur Vincennes Porzellan herzustellen. Die Leitung der Produktionsstätte übernahm daher zunächst Hannongs ältester Sohn. Nach dessen Tod folgte sein jüngerer Bruder Joseph Adam Hannong, der seinem Vater das Unternehmen bereits 1759 abgekauft hatte. Trotz eines vielfältigen Warenangebots blieb jedoch der wirtschaftliche Erfolg aus. Hannong war gezwungen, die Manufaktur 1762 an Kurfürst Carl Theodor zu verkaufen.
Kurfürst Carl Theodors Liebe zum „weißen Gold“ blieb während der knapp vierzig Jahre dauernden Periode der kurfürstlichen Manufaktur ungebrochen. Er stattete nicht nur seine eigenen Residenzen damit aus, sondern nutze es auch für repräsentative Staatsgeschenke. Selbst als er mit der Übernahme der bayerischen Kurwürde 1778 seine Residenz nach München verlegte, hielt er Frankenthal die Treue.
Mit der Einnahme Frankenthals durch die Franzosen 1794 setzten die letzten wechselvollen Jahre der Manufaktur ein. Ein Jahr nach dem Tod ihres großen Förderers Carl Theodor wurde die „Fabrique“ Frankenthal am 17. Mai 1800 endgültig geschlossen.
Die neue Dauerausstellung „Kunst und Kultur am Mannheimer Hof“ präsentiert Frankenthaler Porzellane aus der Zeit von 1750 bis 1780. Leider haben sich keine Stücke aus der kurfürstlichen Sammlung in Mannheim erhalten. Die ausgestellten Vergleichsbeispiele vermitteln jedoch einen wunderbaren Eindruck der ursprünglichen Ausstattung. Besonderes Highlight: ein chinesisches Teehaus – die größte erhaltene Porzellanarbeit der Frankenthaler Manufaktur.