Portärt des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz

(Dauerausstellung "Kunst und Kultur am Mannheimer Hof")

 

Porträt Carl Theodor von der Pfalz

Anlässlich des 50. Regierungsjubiläums von Carl Theodor 1792 erhielt Johann Wilhelm Hoffnass (1727-1795), Professor an der Akademie der Künste in Mannheim und kurpfälzischer Hofmaler, den Auftrag für ein Porträt des Kurfürsten. Er sollte jedoch kein neues Porträt schaffen, sondern eine Kopie eines bereits zehn Jahre alten Gemäldes des Malers Pompeo Girolamo Batoni (1708-1787) anfertigen.

Das Repräsentationsbildnis zeigt den Kurfürsten in Lebensgröße. Er ist mit Harnisch und Hermelinmantel bekleidet. Kurfürstliche Attribute wie Szepter und Kurhut unterstreichen den offiziellen Charakter des Gemäldes.

Bemerkenswert ist die Darstellung des Reichsapfels, das Symbol für das Reichsvikariat, das die kurpfälzischen Fürsten inne hatten. Im Falle der längeren Abwesenheit des Königs, Unmündigkeit oder eines nichtvorhandenen Nachfolgers bedeutete das die Verwaltung der königlichen Gewalt. Die Kurpfalz hatte seit der Regierungszeit des  Winterkönigs Friedrich V. den Reichsapfel nicht mehr in ihrem Wappen führen dürfen. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 und dem Verlust der Kurwürde war dieses Privileg an die bayerische Linie des Hauses Wittelsbach übergegangen. Als mit Kurfürst Carl Theodor wieder ein pfälzischer Wittelsbacher aufgrund der Erbfolgeregelung die Regentschaft in Bayern übernahm, gehörte auch der Reichsapfel wieder zu den Insignien der Macht. Das Originalgemälde muss also nach dem Antritt seines Erbes entstanden sein. Es wurde vermutlich von Batoni 1783, während der zweiten Italienreise Carl Theodors angefertigt.

Historische Innenaufnahmen der Schlossräume aus den 1920er-Jahren zeigen, dass das Gemälde früher an der Nordwand des Coursaals hing.

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