In Mannheim gehen die Lichter an
Funkelnde Kronleuchter in den Prunkräumen der Beletage
Seit wenigen Tagen glitzert es an der Decke des Barockschlosses: Sechs 2 Meter hohe Kristalllüster mit einem Durchmesser von rund 1,20 Meter hängen wieder in den Prunkräumen der Beletage. Spektakulär gestaltete sich der Transport der monumentalen, je 200 kg schweren Leuchtkörper vom Ehrenhof in die Beletage. Nur mit einem Kran konnten die in großen Holzkisten verpackten Lüster über den Altan des Mittelbaus in das erste Obergeschoss befördert werden.
Im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen, mussten die Leuchter nun vollständig nachgebildet werden. Glücklicherweise hat sich ein kleineres, originales Exemplar dieser speziellen Leuchterform eines „Korblüsters“ im Schwetzinger Schloss erhalten. Als weitere Vorlage diente die Zeichnung des Mannheimer Hofvergolders Peter Schmuckert um 1810.
Jeder Lüster besteht aus gegossenen goldfarbenen Trompetenarmen, die früher geschnitzt und vergoldet waren, 18 „Kerzen“ und über 2.000 Bleikristallprismen, die aneinander gereiht funkelnde Kristallstränge bilden. Farblich auf die Ausstattung des Raumes abgestimmte Posamente aus Stoff verkleiden die Hängeseile.
Für die Anfertigung der glitzernden Kunstwerke benötigte die niederösterreichische Firma Dotzauer, die auf den Nachbau historischer Leuchten spezialisiert ist, ein ganzes Jahr. Verwendung fanden dabei die besonders hochwertigen IA-Bleikristallprismen des berühmten Kristallherstellers Swarowski. Ergänzt wird die funkelnde Neuausstattung durch zwei kleinere, zierliche Lüster im Thronsaal, die nach einer historischen Raumaufnahme von 1897 ebenfalls in Österreich angefertigt wurden.
Rund 60.000 Euro investierten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg in die Nachbildung der acht historischen Lüster. Nun zieren wieder funkelnde Kronleuchter die Prunkräume der Beletage im Barockschloss Mannheim: Sie werden ab April 2007 die neue Einrichtung zum Leuchten bringen!