Pressemitteilungen

Kurfürst Carl III. Philipp von der Pfalz (1661-1742)

Carl III. Philipp von der Pfalz lenkte von 1716 bis zu seinem Tod 1742 als Kurfürst das Geschick und das politische Geschehen der Kurpfalz. Er entstammte der katholischen Linie Pfalz-Neuburg, seine Eltern waren Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg und Elisabeth Amalia Magdalena von Hessen-Darmstadt. Als deren siebtes von 17 Kindern wurde Carl Philipp am 4. November 1661 geboren.

Als jüngerer Bruder war er für die geistliche Laufbahn bestimmt und erhielt wie seine Brüder eine sorgfältige Erziehung durch Jesuiten.

Zudem erhielt der Heranwachsende eine militärische Ausbildung. Mit 14 Jahren war er zunächst Domherr in Köln, später in Salzburg und Mainz. Er beendete jedoch 1684 die klerikale Laufbahn, um in den kaiserlichen Dienst einzutreten. 1691 bis 1694 kämpfte er in den Türkenkriegen und für seine Verdienste wurden ihm 1693 der Titel eines kaiserlichen Feldmarschalls und der Orden vom Goldenen Vlies verliehen. Dies ebnete zwar seinen weiteren militärischen Weg, aber seine Bewerbung um die polnische Königskrone im Jahre 1696 blieb erfolglos. Ab 1705 hatte Carl Philipp den Posten des kaiserlichen Statthalters von Tirol inne und residierte in Innsbruck.

Nachdem sein älterer Bruder Johann Wilhelm 1716 kinderlos verstorben war, trat Carl Philipp dessen Nachfolge an und regierte fortan die drei Territorien Kurpfalz, Jülich-Berg und Neuburg/Donau. Ab 1718 residierte er in Heidelberg, das bis 1710 der traditionelle Sitz der pfälzischen Kurfürsten gewesen war. Carl Philipp war durch seinen katholischen Glauben stark geprägt und geriet in Heidelberg schon bald in Konflikt mit dem reformierten Kirchenrat. Seine Pläne, den Heidelberger Katechismus zu verbieten und die Heidelberger Heiliggeistkirche als katholisches Gotteshaus und Wittelsbacher Begräbniskirche zu nutzen, stießen auf starken Widerstand der Reformierten. Als Folge der andauernden Streitigkeiten verlegte Carl Philipp 1720 seine Residenz von Heidelberg nach Mannheim, wo sich ihm die Chance eines repräsentativen Schlossneubaus bot. Der Grundstein für das Mannheimer Schloss wurde noch im gleichen Jahr gelegt.

Im Jahr 1688 vermählte Carl Philipp sich mit Luise Charlotte von Radziwill, der Tochter von Prinz Bogislaw Radziwill und der Witwe des Markgrafen Ludwig von Brandenburg-Schwedt. Die beiden hatten vier Nachkommen, von denen aber nur eine Tochter, Elisabeth Auguste, die 1693 geboren wurde, überlebte. Seine erste Gemahlin starb jung und auch aus Carl Philipps zweiter Ehe, die er 1701 mit Theresa Katharina Lubomirska von Ostrog schloss, gingen keine Nachkommen hervor. 1729 ging er seine dritte Ehe mit Violante Maria Theresa Gräfin von Thurn und Taxis ein, die wohl heimlich geschlossen wurde und die der Kurfürst lange verbarg, da es sich um eine nicht standesgemäße Beziehung handelte.

Es war ein erklärtes Ziel des Kurfürsten, durch gegenseitige Erb- und Unionsverträge die Gesamtlande der Wittelsbacher zu bewahren und zu stärken. Das Haus Wittelsbach war, nach den Welfen, eines der ältesten Adelsgeschlechter Deutschlands, aus dem Jahrhunderte lang die bayerischen und pfälzischen Herrscher hervorgingen. Ein wichtiges Instrument für den Machterhalt war seine Heiratspolitik, dazu gehörte die von ihm arrangierte Doppelhochzeit zwischen seiner Enkelin Elisabeth Auguste und Carl Theodor von Pfalz-Sulzbach sowie ihrer Schwester Maria Anna und Herzog Clemens von Bayern.

Auf Grund seiner weitsichtigen und gewissenhaften Politik gilt Carl Philipp als das bedeutsamste politische Oberhaupt der Wittelsbacher in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert. Mit seinem Tod am 31. Dezember 1742 starb die Hauptlinie Pfalz-Neuburg der Wittelsbacher aus, die Nachfolge ging an Carl Theodor von Pfalz-Sulzbach aus einer pfälzischen Nebenlinie. Sowohl Carl Philipp als auch seine dritte Gemahlin liegen in der Krypta der Mannheimer Schlosskirche begraben.

Download Pressetext (doc-Datei)

Wir würden uns über die Zusendung eines Belegexemplares freuen.

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns doch einfach an (0711) 666 01 - 38
Faxen Sie uns (0711) 666 01 - 86
Schicken Sie uns eine E-Mail

Staatsanzeiger für Baden-Württemberg GmbH
Postanschrift: Postfach 10 43 63, 70038 Stuttgart

Weitere Informationen zu Mannheim
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook