Dauerausstellung "Kunst und Kultur am Mannheimer Hof"

Kupferstich- und Zeichnungskabinett

Septimius-Severus-Bogen

Anders als die Gemäldegalerie und das Münzkabinett war die Kupferstichsammlung eine Neugründung von Kurfürst Carl Theodor und baute nicht auf einen bereits vorhandenen Bestand auf. Umso erstaunlicher, dass innerhalb kürzester Zeit eine Sammlung mit beträchtlichem Umfang entstand. Für ihren Aufbau wurde ab 1755/56 der erste Hofmaler und Galeriedirektor aus Düsseldorf Lambert Krahe verpflichtet. Über die Bedeutung des kurfürstlichen Kupferstich- und Zeichnungskabinetts berichtet der „Pfälzische Kleine Kalender auf das Jahr 1770“ wie folgt: „...Es ist eines der zahlreichsten in ganz Europa, und bestehet aus mehr als 400 Büchern in gros Folio. Die Kupferstiche darin sind nach den verschiedenen Schulen eingetheilet, nach italiänischen, Französischen, Niederländischen, Englischen, Holländischen und Deutschen. Man findet darin alles, was in dieser Gattung das seltenste und auserlesenste so altes als neue nur immer seyn. Man hat weder Kosten noch Mühe gespart, um diejenigen Stüke zu bekommen, welche nicht leicht zu haben sind. Den Kupferstücken hat man eine grose Menge Original-Zeichnungen vor den berühmtesten Meistern beigefüget, und behält einige 1000 davon in Futteralen auf. Es sind darin über 550, welche im Rahmen in weisen Glas eingefasst sind, und die Wände des Kabinets bekleiden.“

Nach Kurfürst Carl Theodors Umzug nach München wurden 1780 genaue Inventare erstellt: Sie zählten ca. 60.000 Druckgrafiken und fast 9.000 Handzeichnungen auf!

In der neuen Dauerausstellung werden vier Stiche von Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) gezeigt. Es handelt sich zwar nicht um die originalen Blätter aus der kurfürstlichen Sammlung, es ist aber sicher, das Carl Theodor die „Vedute di Roma“ (eine Folge von Rom-Ansichten) in seinem Kupferstich-Kabinett besaß.

 

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