Im höfischen Leben spielte die Jagd eine wichtige Rolle – nur der Adel besaß das Privileg, Wild zu erlegen. Dabei diente die Jagd vor allem der Repräsentation und Machtdemonstration des Hofes.
Ein weiterer Aspekt war die Versorgung der Schlossbewohner mit frischem Fleisch: Der Bedarf am Hof betrug pro Tag und Person etwa ein Pfund. Die Bediensteten waren mit eingerechnet, da sie einen Teil ihrer Besoldung in Form der Verköstigung erhielten.
Unter Kurfürst Carl Theodor wurde 1743 die „Parforcejagd“ eingeführt. Ein ausgesuchtes Tier, meist ein Hirsch, wurde zu Pferd mit einer ganzen Reihe von Hunden gejagt und am Ende durch den Jagdherrn mit Hirschfänger, Gewehr oder Saufeder erlegt.
Welcher Aufwand für die Inszenierung von Jagden betrieben und welche Summen dafür gezahlt wurden, zeigt eine zeitgenössische Beschreibung des Päpstlichen Gesandten Prälat Monsignore Garampi von 1764: „...Man erzählt der Kurfürst habe für den Pomp dieses Tages die Summe von 20.000 Gulden verausgabt. Während drei Wochen waren etwa 300 Landsleute mit der unermüdlichen Arbeit beschäftigt, die große Zahl von Hirschen (...) in den für die Jagd bestimmten Zwinger zusammenzutreiben. Alle erlegten Hirsche wurden sofort verteilt, die einen an die Jäger selbst, die anderen erhielten Klöster und verschiedene Personen zum Geschenk.“
In der Ausstellung sind zu sehen: kurpfälzisches Jagdgerät, darunter eine Armbrust mit dem Monogramm „CP“ und eine Steinschlosspistole mit dem Monogramm „CT“. Wahrscheinlich haben die Kurfürsten nicht selbst mit den ausgestellten Waffen gejagt – ihr Jagdgerät wäre wahrscheinlich noch kostbarer gewesen –, sondern Jäger aus ihrem Gefolge.