Highlights des Barockschlosses Mannheim

Diadem der Großherzogin Stephanie

vermutlich vor 1829 in Paris hergestellten
(Dauerausstellung "Kunst und Kultur am Mannheimer Hof")

Diadem der Großherzogin Stephanie

Das Stück, reich mit Perlen und Diamanten besetzt, ist aus einem vergoldeten Reif und kronenartigen Spitzen gebildet. Abgesehen von später zusätzlich angebrachten Perlen, befindet es sich heute noch weitgehend in seinem originalen Zustand.

Häufig wurden Diademe in dieser Weise hergestellt, um sie auf Bällen oder Empfängen in weiblichen Frisuren zu tragen. In biedermeierlicher Zeit waren die Damen wohl etwas bescheidener geworden, zeigt doch die reifartige Form keinen protzigen Pomp im Empirestil mehr. Schräge auf das Haar gesteckt, wirken die Stücke mehr dekorativ als herrschaftlich symbolisch.

Großherzogin Stefanie

Dieses Diadem hier gehörte der ersten badischen Großherzogin Stephanie von Baden (1789-1860), einer Adoptivtochter von Napoleon Bonaparte, die 1806 den badischen Kronprinzen und späteren Großherzog Carl heiratete. Durch ihre Verbindungen zur napoleonischen Familie machte sie Schloss Mannheim zu einer Schaltstelle europäischer Politik. Die Herkunft des Schmuckstücks ist belegt durch ein Porträt der Großherzogin, das 1829 von dem berühmten Bildnislithografen Henri Grèvedon geschaffen wurde und das Stephanie mit eben diesem Kopfschmuck zeigt.

Nach dem Tod der Großherzogin erbte ihre Tochter, Josephine von Hohenzollern-Sigmaringen, das Diadem. Über weitere Erbfälle ist es zur Prinzessin Marie José von Belgien gelangt, die 1930 den Prinzen Umberto von Italien heiratete, der 1946 zum letzten italienischen König gekrönt wurde. Schließlich wurde das Schmuckstück in einer Londoner Kunstauktion zum Kauf angeboten und vom Land Baden-Württemberg erworben.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook