Chinesisches Teehaus von J. W. Lanz

(Dauerausstellung "Kunst und Kultur am Mannheimer Hof")

 

 Teehaus aus Frankenthaler Porzellan, 1755/56

Das chinesische Teehaus ist die größte erhaltene Porzellanarbeit der Frankenthaler Manufaktur, die von Kurfürst Carl Theodor stark gefördert wurde. Es diente einst als Tafelaufsatz und wurde als zentrales Stück von weiteren kleineren Figuren umgeben, die sich ebenfalls erhalten haben.

Das filigrane Kunstwerk wurde nach einem realen Vorbild modelliert: Im nahe Frankenthal gelegenen Oggersheim stand ein spätestens 1756 fertig gestellter chinesischer Pavillon. Für diesen hatte Paul Egell kurz vor seinem Tode 1751 den Entwurf geliefert, die Ausführung lag in den Händen seines Sohnes Augustin Egell. Der Pavillon maß ca. 9 m in der Länge, Breite und Höhe, die Gesamthöhe einschließlich der Figur betrug ca. 12 m. Der Sonnenschirm des reitenden Chinesen war lose eingesetzt, damit er sich im Wind drehen konnte. Die Tuschezeichnung Paul Egells, die wahrscheinlich auch dem Modelleur der Frankenthaler Manufaktur Johann Wilhelm Lanz als Vorlage diente, befindet sich heute in der Graphischen Sammlung in München.

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