Das 1990 gegründete Badische Generaldepot (BGD) umfasst eine Gesamtfläche von ca. 3.000 m². Diese setzt sich zusammen aus 2.500 m² klimatisierter und Alarm gesicherter Lagerfläche verteilt auf die so genannten Depots I und II. In Depot I werden Klein-Möbel, Gemälde und Glas, Porzellane und Metallobjekte gelagert. Depot II ist für die Unterbringung von großen Objekten ausgelegt, wie Sofas, Schränke, Tapisserien und Wandbespannungen. Seit 1991 gehören zum BGD 500 m² Werkstatt-(Labor-) Fläche.
Der Personalbestand liegt in Karlsruhe bei zwei angestellten Restauratoren und einer technischen Volontärin (mit einer abgeschlossenen Fachhochschulausbildung, diplomierte Restauratorin). Sie sind ausgebildete Restauratoren für Glas, Porzellan, Keramik und Metallobjekte bzw. für Möbel und Holzobjekte.
Im Badischen Generaldepot kann jegliche Art von Kunstgut gelagert werden, da verschiedene klimatische Zonen eingerichtet sind. Zum Beispiel Bereiche mit einer relativen Luftfeuchte zwischen 50 und 55 % für Möbel und Zonen mit einer relativen Feuchte um 40 % für Textilien, Glas, Metall und Papier-Objekte. Um die Depoträume vor Schädlingsbefall zu schützen, werden alle Objekte vor ihrer Aufnahme ins Badische Generaldepot durch eine Klimakammer geschleust, in der durch Wärmeeinwirkung alle tierischen Schädlinge abgetötet werden. Die Kammer hat eine Länge von 4 m und eine Breite und Höhe von 2,5 m, so dass selbst Kirchenbänke oder Kutschen problemlos behandelt werden können.
Das Badische Generaldepot ist die wichtigste Arbeitsplattform und zentrale Anlaufstelle für alle Aktivitäten, die das ehemals badische Krongut betreffen. Dieser landesgeschichtlich hoch bedeutende, durch Archivalien nachweisbare Kunstbestand wird im Wesentlichen in den badischen Schlössern bereits gezeigt oder für die Präsentation – wie z. B. im Schloss Mannheim – vorbereitet. Das Badische Generaldepot ist also kein „Endlager“ für nicht mehr benötigte Kunstobjekte, sondern in der Regel nur eine notwendige Durchgangsstation auf dem Weg von und zu den Schlössern.
Gründe für eine temporäre Lagerung von Kunstobjekten im BGD sind vor allem:
• die Objekte werden restauriert
• die Objekte werden temporär ausgelagert, da das Gebäude, zu dem sie gehören, saniert oder umgebaut wird
• die Objekte werden für Ausstellungen des eigenen Hauses oder für externe Ausstellungen konservatorisch und restauratorisch vorbereitet etc.
Der Prozentsatz liegt bei ca. 20 % längerfristiger Lagerung und 80 % Zwischenlager. Das bedeutet für das BGD, dass alle Objekte so gelagert sein müssen, dass sie leicht zu handhaben sind. Besonders wichtig ist dabei eine genaue Erfassung der Maße und des Standortes der Objekte. Dafür ist das BGD in Sektionen aufgeteilt: Regalreihen, Wände, Gemäldegitterwände und Schränke sind durchnummeriert.
Durch die Erstellung, Entwicklung und Einführung des Inventarisierungs- und Verwaltungsprogramms PROMETHEUS – das maßgeblich in Zusammenarbeit mit dem Badischen Generaldepot entstand – ist es ohne Probleme möglich, die verschiedenen Inventare des Referats der Schlösser und Gärten Baden-Württembergs zu erfassen und zu führen.
Informationen:
Werner
Hiller-König
Restaurator
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt
Pforzheim
Staatliche Schlösser und Gärten
Tel. 07 21 / 57 44 02
badisches.generaldepot@gmx.de
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